Finanzierung von Projekten in Großensee

Finanzierung von Projekten in Großensee

Hat die Gemeinde viel Geld im Sparstrumpf und ist sie nicht bereit dieses für Feuerwehr, Kindergarten, Vereine und Dörphus auszugeben?

Dieser Eindruck entsteht manchmal, wenn in den letzten Wochen im „Wahlkampf“ über die finanzielle Situation der Gemeinde gesprochen wurde.

Richtig ist, 

dass Großensee in den letzten 10 Jahren Schulden abbauen und gleichzeitig Geld in die allgemeine Rücklage – das Sparbuch der Gemeinde – geben konnte.

Durch langfristige Kreditverträge schulden wir den Banken noch rund 287.000 €, dem steht aber ein Guthaben von 1.175.000 € in der allgemeinen Rücklage gegenüber. Großensee ist also quasi schuldenfrei.

Zahlen & Fakten

2008 2018
Schulden insgesamt 604.580 € 287.674 €
pro Kopf Verschuldung ≈ 342 € ≈ 160 €
allgemeine Rücklage ≈ 110.000 € ≈ 1.175.000 €

Investitionen

Trotz größerer Investitionen in den Jahren 2008 bis 2018, konnten wir durch verantwortungsvolle politische Entscheidungen die finanzielle Situation von Großensee entscheidend verbessern. Geld wurde investiert und die Rücklage wurde erhöht.

In was investiert wurde

– jährliche Instandsetzungen von Straßen, Trinkwasserleitungen und Straßenbeleuchtung
– Erschließung eines neuen Baugebiets (Dörptwiete)
– Bau einer Wasserleitung zum Wasserwerk am Pfefferberg
– Stegerneuerung im Freibad
– Anschaffung digitaler Funkempfänger für die Feuerwehr
– neue Kassenanlage im Freibad
– Schaffung von Krippenplätzen
– neues Mehrzweckfahrzeug für die Feuerwehr
– Sanierung und Austausch von Regenwasserleitungen
– Neugestaltung des Spielplatzes
– Anschaffung eines Seerettungsbootes

Feuerwehrgerätehaus und Folgegedanken

Im Zusammenhang mit dem erforderlichen Neubau des Feuerwehrgerätehauses werden auch Gedanken zu der Möglichkeit eines anderen Standortes geäußert.

Fakt ist

Die Gemeinde besitzt kein weiteres Grundstück in einer erforderlichen Größe. Das bedeutet, Grund und Boden müsste angekauft werden.

Da heißt es dann leicht: Kein Problem!

Da kauft die Gemeinde dann eben etwas mehr Land, erschließt ein Baugebiet und finanziert mit den verkauften Baugrundstücken das Feuerwehrgerätehaus einschließlich des Grundstücksankaufs!

Das hört sich so einfach an.

Die Anforderungen an die Infrastruktur sind aber gestiegen. Neue Baugrundstücke bedeuten nicht zwangsläufig, dass der Erlös aus dem Verkauf ausschließlich für Projekte wie z.B. ein Feuerwehrgerätehaus verwendet werden kann.

Mit einem neuen Baugebiet und dadurch steigenden Einwohnerzahlen steigt gleichzeitig der Bedarf an Krippen- und Kindergartenplätzen. Ebenfalls benötigen ggf. die Grundschule in Lütjensee und die weiterführenden Schulen in Trittau mehr Klassenräume.

Rechnet man alle Folgemaßnahmen gegen den Erlös aus dem Verkauf von Baugrundstücken, bleibt für andere Projekte nicht mehr viel Spielraum.

Sorgfältig planen

Im Moment steht Großensee finanziell gut da. Das allgemein positive Wirtschaftswachstum führte in den letzten Jahren auch in Großensee zu einer Steigerung des Gemeindeanteils an der Einkommens- und Umsatzsteuer und höheren Gewerbesteuereinnahmen.

Das Geld auf dem Sparbuch, unsere allgemeine Rücklage, wird aber trotzdem nicht für alle anstehenden Investitionen reichen. Deshalb ist eine sorgfältige Planung der Baumaßnahmen unter Berücksichtigung aller Kosten – auch der Folgekosten – unabdingbar.

Ursula Ruhfaut-Iwan